Am Tierbrunnen

Städtebau, Projekte, Architektur, Wohnungsbau, Stadtplanung, Wettbewerbe,
Darmstadt
  • Planungszeitraum: 2019 - 2021
  • Wettbewerb, 1. Preis
  • Bauherr: Roki Grundstücksverwaltung GmbH, Darmstadt

Wohnen mit Lebensmittelmarkt und gastronomischer Nutzung

An exponierter Ecklage am zentralen Darmstädter Stadteingang entsteht nach Wettbewerbsgewinn ein markanter, grüner Stadtbaustein. Das Grundstück steht einerseits in direktem Kontext mit der umgebenden Blockrandbebauung der 1950er-Jahre und andererseits mit der grünen Achse, die südöstlich an das Grundstück anschließt. Die städtebauliche Geste reagiert mit einem markanten Punkthaus an der Straßenkreuzung und einem harmonischen Anschluss der bestehenden Blockrandbebauung im Nordosten.

Zwischen den beiden Baukörpern entwickelt sich eine grüne Fuge, die das Grün der parkähnlichen Anlage „Am Tierbrunnen“ und des Alten Friedhofs weiter bis an die Kreuzung fortführt und den Bewohnern eine hochwertige Freifläche als Kommunikations- und Begegnungsort bietet. Von der Straßenseite aus ist die grüne Fuge als Sockelgeschoss mit großzügiger Treppenanlage erlebbar. Das Sockelgeschoss beinhaltet einen Lebensmittelmarkt und eine gastronomische Nutzung. Sämtliche Fassaden werden großzügig begrünt und schaffen trotz der städtischen Dichte zusammen mit dem Sockelgeschoss eine grüne Lunge für die Stadt.

In der Gestaltung der Dachflächen und Fassaden wurde vor allem auf das Thema der Nachhaltigkeit und die Umsetzung der klimapolitischen Ziele der Stadt Darmstadt Wert gelegt. Das Erdgeschoss verfügt über begrünte Elemente in den Glasfassaden und eine Holzverkleidung im Bereich der Zufahrten. Das intensiv begrünte Dach über dem Erdgeschoss schafft eine qualitative Freifläche für die Bewohner beider Gebäudeteile. Der Riegel besticht ebenfalls durch seine begrünte Straßenfassade, welche sich durch das geneigte Dach in freier Form fortführt. Über das Dach wird das Grün so bis auf die andere Seite geführt, wo es über den Kinderspielbereich in den Park fließt. Alle weiteren Fassaden sind mit Holz verkleidet und greifen damit das Material des Sockels wieder auf.

Die Fassaden des Punkthauses sind geprägt von den umlaufenden weißen Balkonplatten, welche an den Ecken des Gebäudes großzügige Freisitze ausbilden. In den Bereichen mit massiver Brüstung können Bepflanzungen erneut das Thema Grün entlang der Fassade aufgreifen. Davon setzt sich in der Materialität die anthrazitfarbene Fassade ab, welche durch Aluminiumpaneele einen wertigen Charakter bekommt. Die Dachflächen des Staffelgeschosses sollen zusätzlich für PV-Anlagen genutzt werden.

 

Projektmanagement: Holger Grobe, Asmir Arifovic-Topal, Matthias Wöber (Städtebau)
Projektleitung: Alina Schick
Team: Aylin Güllüoglu, Fatemeh Talebi, Silke Rode