Offenbach Ost, Baufeld B5

Bildung, Wohnungsbau, Wettbewerbe,
Offenbach
  • Realisierungswettbewerb, 1. Preis
  • Bauherr: Stadtwerke Offenbach

Das Wettbewerbsgrundstück befindet sich im „Quartier 4.0“ in der Nähe des ehemaligen Güterbahnhofs. Südlich vor dem Gebäude soll ein kleiner Platz entstehen, so dass der Gestaltung der südöstlichen Gebäudeecke unseres Baufeldes besondere Aufmerksamkeit zuteilwurde. Im Bebauungsplan ist eine U-förmige Bebauung vorgesehen, zudem eine Gebäudetiefe von 17 bis 20 Metern, was eine hohe Flächenausnutzung ermöglicht.

Der Erdgeschossbereich des Gebäudes wird nahezu komplett von der fünfgruppigen Kita genutzt, der der hochwertig gestaltete und begrünte Innenhof als Außenspielfläche zur Verfügung steht. Der farblich abgesetzte Zugang zur Kita wurde mit einem Arkadengang aufgewertet und so an die Gebäudeecke gelegt, dass vom Platz aus ein direkter Blick in einen verglasten Mehrzweckraum sowie durch das großzügige Foyer bis in den Innenhof möglich ist.

In den oberen Geschossen ist bei voller Ausnutzung des Baufensters ausschließlich Wohnen vorgesehen, zunächst komplett im geförderten Segment. Die insgesamt 67 Einheiten werden über zwei vertikale Kerne und einen Laubengang erschlossen, der als Pufferzone eine hohe Aufenthaltsqualität besitzt und zur Kommunikation unter den Bewohnern einlädt. Die beiden Eingangsbereiche zu den Erschließungskernen liegen im Osten bzw. im Süden, dort befinden sich ebenfalls die Rampen zur Tiefgarage und einem Fahrradabstellraum im Untergeschoss.

Die Wohnungen selbst haben minimale Erschließungsflächen und wurden konsequent mit einer „dienenden“ Zone zum grünen Innenhof und mit Loggien zu den übrigen Rändern organisiert. Aus Gründen des Schallschutzes sind die Loggien zu den Gleisen Richtung Süden geschlossen. Ein Teil der Wohnungen sind barrierefrei und für Senioren geeignet.

Im Rahmen der Aufgabenstellung sollte überprüft werden, ob Varianten mit frei finanzierbaren Wohnungen ebenfalls möglich sind. Es wurde der Nachweis erbracht, dass durch das konsequente Rastern der Grundrissstruktur problemlos kleinere Wohnungen zu größeren Einheiten zusammengeschaltet werden können, ohne dass dies Auswirkungen auf das ruhige und damit stimmige Fassadenbild hat. Der Entwurf ermöglicht eine Konstruktion in Holzhybridbauweise, zudem sind Systembäder denkbar.

Das Thema Nachhaltigkeit war in der Aufgabenstellung nicht explizit gefordert, wurde aber dennoch berücksichtigt. Neben den begrünten Laubengängen und Dächern und nachhaltigen Materialien wurden Versickerungsflächen vorgesehen sowie Photovoltaikelemente auf dem Dach und zahlreiche Stellplatzflächen für Fahrräder und für E-Mobility/Car-Sharing. Für die Bewohner gibt es im Erdgeschoss eine eigene kleine Gartenfläche sowie einen Gemeinschaftsraum, der über eine außenliegende Treppe zugänglich ist. Als eine weitere Besonderheit wurde eine Spiel- und Kletterrampe für die Kita über die eigentliche Restfläche über der Tiefgaragenabfahrt gelegt.


Team: Holger Grobe, Alina Schick, Sandra Frischholz, Patrizia Kopel