Michaelisstraße

Architektur, Wohnungsbau,
Darmstadt,
2017
  • Leistungsphasen: 3 - 5
  • Planungszeitraum: 2013 - 2017
  • Bauherr: BPD Immobilienentwicklung GmbH Frankfurt/M

Konversion eines ehemaligen Bahngeländes mit denkmalgeschützten Bestandsgebäuden

In der Wissenschaftsstadt Darmstadt ist die Nachfrage nach Wohnraum durch die Zunahme der Bevölkerung nach wie vor ungebrochen. Aus diesem Grund stehen stadtnahe Konversionsflächen verstärkt im Fokus. Hierzu gehört unter anderem das ehemalige Bahngelände an der Michaelisstraße.
Das Areal mit mehreren denkmalgeschützten Kasernenbauten aus der Zeit des Ersten Weltkrieges liegt am westlichen Stadtrand von Darmstadt in direkter Waldnähe und wird unter dem Vermarktungsnamen DAcore zum Wohngebiet umgenutzt.
Das neue Wohnquartier sieht eine lockere Bebauung aus sechs Mehrfamilienhäusern sowie fünf Reihenhäusern vor und bezieht die denkmalgeschützten Gebäude in das neu entwickelte städtebauliche Konzept mit ein. Diese stammen zum einen Teil aus der Zeit des 1. Weltkrieges, als hier Kasernen für Luftschiffer und Funker standen, zum anderen Teil auch aus den 1950er Jahren.
Die von Planquadrat entworfenen dreigeschossigen Mehrfamilienhäuser mit Staffelgeschoss zeichnen sich durch eine elegante und schlichte Architektursprache aus. Die kubischen Baukörper mit den weißen Fassadenflächen sind durch großzügige Loggien und horizontale Fensterbänder gegliedert und verfügen über Dachterrasse, die aus der Gesamtform herausgeschnitten sind. Farblich wird bei den Neubauten zwischen den ehemaligen Kasernenbauten an der Michaelis-, der Koblenzer Straße und den Bestandsbauten im Areal vermittelt um das städtebauliche Konzept zu unterstreichen.
Die ehemalige Reit- und Fahrzeughalle aus der Zeit des ersten Weltkriegs stellt städtebaulich ein wichtiges Element in der Neuordnung des Quartiers dar. Sie bleibt in ihrem Erscheinungsbild und Geometrie unverändert erhalten und wird auch zukünftig einer Parknutzung in Form von freistehenden Parkdecks für die Bewohner zugeführt. Dieser Lösungsansatz ermöglicht einen unverbauten Blick auf die filigrane denkmalgeschützte Dachkonstruktion und reduziert zusätzliche Bodenversiegelungen im Quartier.
Als weiteres Zitat der bisherigen Nutzung wird die Fahrzeugunterstellhalle aus den 1950er Jahren in die Außenanlagen integriert. Mit dem weit auskragenden geschwungenen Stahlbügeln dient Freischwinger zukünftig als Überdachung für Sitzgelegenheiten der Anwohner.

 

Projektmanagement: Hanspeter Müller
Projektleiter: Ute Roth-Schömer
Team: Frank Meier