Plinganserstraße

Architektur, Wohnungsbau, Wettbewerbe,
München,
2016
  • Leistungsphasen: 1 - 4
  • Wettbewerb Wohnungsbau: 1. Preis
  • Bauherr: IntReal KVG für Fonds WOHNEN DEUTSCHLAND

Auf einem mit Bestandsbauten aus den 1960er und 1970er Jahren bebauten Grundstück „Am Harras“ sollen Wohngebäude, Büro- und Ladenflächen sowie eine Kindertagesstätte entstehen.

Der Entwurf sieht einen städtebaulich prägnanten Baukörper entlang der vielbefahrenen Plinganserstraße vor, der einen klaren Rücken zum Verkehrslärm bildet. Auf der straßenabgewandten Seite schaffen die Neubauten zusammen mit dem bestehenden Riegel eine Kammstruktur mit geschützten Innenhöfen. Dadurch entstehen für die Bewohner ruhige und definierte Aufenthaltsbereiche im Grünen mit einer hohen Wohn- und Aufenthaltsqualität und eine klare Abschottung zum Verkehrslärm hin.

Mit zurückhaltenden Materialien und einer angenehmen Rhythmik bildet der Entwurf eine klar definierte städtebauliche Kante zur Straße und dem grünen Sportpark im Osten. In Anlehnung an die stadtbildprägende Architektur des denkmalgeschützten Bestandsgebäudes im Norden, das den Auftakt der Quartiers „Am Harras“ bildet, ist die Lochfassade zurückhaltend gehalten und bezieht sich mit der Höhe der Attika auf die wichtige städtebauliche Dachkante des Wohngebäudes aus den 1920er Jahren. Durchgänge im Erdgeschoss und das zurückgestaffelte fünfte Obergeschoss gliedern die etwa 170 m lange Fassade  und betonen die Haus- und Quartierszugänge. Eine klare Adressbildung wird geschaffen.

In den Wohnungen entlang der Plinganserstraße orientieren sich die Wohn- und Aufenthaltsbereiche ausschließlich zu den privaten Höfen auf der ruhigen Südwestseite, während die Schlafzimmer zur Straße orientiert sind. Dementsprechend hat die Fassade zur Straße hin einen eher geschlossenen Charakter. Faltläden vor den Fenstern betonen diese Geste und helfen, den Schalleintrag zu vermindern. Die zum Hof orientierte Fassade ist dagegen großzügig verglast und verfügt über große durchgängige Balkonzonen. Hier dienen Faltläden als Sonnenschutz.

Die bestehenden Wohnriegel im Inneren des Areals erhalten eine Aufstockung mit hochwertigen Wohnungen und großen Dachterrassen.

Die Kindertagesstätte befindet sich im gut erreichbaren nördlichen Bereich des Grundstückes und verfügt über eigene, geschützte Außenräume. Die Büro- und Ladenflächen liegen in direkter Nähe zum neu geschaffenen Quartiersplatz.

Neubauten und Bestandsbauten bilden so zusammen ein neues, städtisches Quartier mit eigenem Charakter.


Projektmanagement: Holger Grobe (Wettbewerb), Jan Nagel (Ausführung)
Projektleiter: Oliver Walkiewicz (Wettbewerb), Julia Eggert (Ausführung)
Team (Wettbewerb): Christina Kölling, Maren Höss, Philipp Kunkel, Sabine Tastel
Team (Ausführung): Ben Schrimer, Naghmeh Malek, Heidi Weimar, Vera Schäfer